Geschriebene Wortehttp://uhilger.de/worteDas Journal von Ulrich Hilgerde-deUlrich Hilger, http://uhilger.deSat, 27 May 2017 21:17:04 +0200Elementar<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8663" data-lightbox="8663"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8663" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Ungew&ouml;hnliche Orte, spektakul&auml;re Ansichten, sensationelle Effekte. Es muss New York sein. Oder Nordindien. Nepal. Sibirien. Ist eine Fotografie nicht im Himalaya, der Tiefsee oder in der W&uuml;ste Gobi entstanden haftet ihr wom&ouml;glich schon die Disqualifizierung an bevor sie n&auml;her betrachtet werden konnte. Eine ziemlich erm&uuml;dende Angelegenheit, fortw&auml;hrend diesen Superlativen ausgesetzt zu sein.</p><p>Was spielt es f&uuml;r die einzelne Fotografie f&uuml;r eine Rolle, ob sie Boston oder Bottrop abbildet? Vielfach verstellt das Geprotze um den besten Ort, das ausgefallenste Thema, die schrillste Begebenheit den Blick f&uuml;r Bildeindr&uuml;cke aus der eigenen Umgebung. Auch hier stellt sich die Frage: Muss es immer besonders sch&ouml;n, besonders bunt, besonders grell sein?</p><p>Es gibt Ansichten, die jegliche Besonderheit vermissen lassen und doch so unwiderstehlich sind, dass der Blick sich ihnen nicht entziehen kann. Sie sprechen eine eindringliche, elementare Sprache. K&ouml;nnen nicht weglaufen, aber sind so spr&ouml;de, dass der Versuch einer Fotografie nicht selten scheitert.</p><p>Da hilft nur das Kleinhirn auf Autopilot schalten, eintauchen in den Flu&szlig; der Wahrnehmungen und mitschwimmen. Im direkten Zusammenspiel arbeiten Hand und Auge frei von st&ouml;renden &Uuml;berlegungen und haben so manchen Ort schon festgehalten bevor eine h&ouml;here Bewu&szlig;tseinsebene merkt was vor sich ging.</p><p>Zu subtil sind die Wahrnehmungen mancher Orte als dass sie aus dem Bombast popul&auml;rer Bilderstr&ouml;me treten k&ouml;nnten. Die Orte stehen unter dem Radar, trotzen der &Ouml;dnis und gehen direkt ins Blut wenn es gelingt, ihrer anemonenhaften Scheu zuvorzukommen.</p><p style="text-align: right;">Fotografie:<br />Mainz, April 2017<br />Kodak Portra 160 (push 2)</p>http://uhilger.de/worte?b=4887Ulrich Hilger, http://uhilger.de4887Sun, 21 May 2017 18:48:30 +0200Regenrennen<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8855" data-lightbox="8855"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8855" alt="foto" width="240" height="167" /> </a>Das Radrennen rund um den Henningerturm war dieses Jahr eine ziemlich verregnete Angelegenheit. Punktlandung was das Wetter anbelangt, als rundherum eine Sch&ouml;nwetterperiode herrschte und tats&auml;chlich nur am 1. Mai derartige Kaltluft und Regenn&auml;sse den Fahrern zusetzte.</p><p>Die Veranstaltung war trotzdem unerwartet gut besucht. Obwohl auch dieses Mal wieder die Hausband des Gibson wacker aufspielte d&uuml;rften nur die Standbetreiber nicht so sehr auf ihre Kosten gekommen sein.</p><p>Ich habe mir das Rennen selten entgehen lassen aber so schlechtes Wetter habe ich noch nicht erlebt. Dabei sind gerade an Regentagen durchaus gute Bilder drin. Spiegelnde Fl&auml;chen, Menschen mit Schirmen, ein buntes Gemenge &uuml;berall. Und ohne erneut zu einem Loblied auf Film ansetzen zu wollen sehen Aufnahmen solcher Begebenheiten auf Film oft besser aus als im wirklichen Leben. Hin und wieder lasse ich demn&auml;chst weitere Aufnahmen davon <a href="http://uhilger.de/photo/?f=1760">sehen</a>.</p><p>Als i-T&uuml;pflechen war Sohn Nummer Zwei mit von der Partie und so stapften zwei beschirmte Unentwegte mit Kamera behangen durchs Gewimmel und machten dann und wann ein Bild unter dem Schirm hinweg und zwischen den Regentropfen hindurch. O.k., wir waren nicht die Einzigen mit einer Kamera, von uns gab es trotz Regen einige, doch schienen die Meisten nur Augen f&uuml;r Radsport zu haben.</p><p>&Uuml;berhaupt wundere ich mich oft, wenn ich so durch die Stadt gehe, wie viele Leute eine Kamera dabei haben, aber sie nicht benutzen. Aber das ist eine andere Geschichte und schlie&szlig;lich mache ich ja auch meist dann Bilder, wenn andere sich nur wundern, was ich da tue. Also d&uuml;rfte dieser Eindruck auf Gegenseitigkeit beruhen.</p><p>Jedenfalls hat es sich gelohnt, nicht zuletzt, da Bilder eben nur im Kasten landen wenn man sich aufrafft, offen bleibt, auch, wenn es ungem&uuml;tlich wird. Man glaubt nicht, welche Gelegenheit sich schon an der n&auml;chsten Ecke bietet.</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Frankfurt, Mainzer Landstra&szlig;e/Oper, <br />1. Mai 2017<br />Kodak Ultramax 400 (push 1)</p>http://uhilger.de/worte?b=4876Ulrich Hilger, http://uhilger.de4876Thu, 11 May 2017 23:30:02 +0200Einigung<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8614" data-lightbox="8614"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8614" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> In Frankfurt und anderen St&auml;dten werden seit geraumer Zeit Kundegebungen veranstaltet, die sich f&uuml;r die Europ&auml;ische Union aussprechen. Eine vern&uuml;nftige Ma&szlig;nahme die die Menschen auf der Stra&szlig;e ins Gespr&auml;ch bringt: Wie kann es einen Zweifel daran geben, dass nur eine gemeinsame Arbeit und eine Einigkeit &uuml;ber Grenzen hinweg uns alle weiterbringt?</p><p>Das mag nicht ohne Kompromisse abgehen, aber wo ist ein Kompromiss schlechter als keine Einigung, Konfrontation, Entfremdung oder Abschottung?</p><p>Die Identit&auml;t einzelner L&auml;nder, ihre Vielfalt und Besonderheit wird von gemeinsamen Regelungen gar nicht ber&uuml;hrt. Im Gegenteil, erst mit der Gemeinsamkeit jeglicher Regelung werden alle Besonderheiten &uuml;berhaupt erst eingebracht und ber&uuml;cksichtigt. Zudem wird die gegenseitige Wahrnehmung dieser Besonderheiten gest&auml;rkt und Verst&auml;ndnis f&uuml;r sie gewonnen.</p><p>Je mehr Beteiligte, desto schwieriger erscheint das Vorhaben. Jedoch ist das stets aufs Neue aufeinander Zugehen, sind alle Bem&uuml;hungen allemal fruchtvoller als das r&uuml;ckst&auml;ndige, starrsinnige Festhalten an &uuml;berkommenen, erneuerungsbed&uuml;rftigen Modellen und Gegebenheiten.</p><p>Die Geschichte lehrt, welche verheerenden Folgen gewaltsame Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Das d&uuml;rfen wir weder in Europa noch anderswo geschehen lassen, dulden oder hinnehmen geschweige denn betreiben. Die Menschen und ihre Bed&uuml;rfnisse bahnen sich immer ihren Weg, daran wird auf Dauer gewi&szlig; kein Grenzzaun etwas &auml;ndern.</p><p>Das gegenseitige Verst&auml;ndnis f&uuml;reinander lehrt uns, welche Eigenschaften wir bei allen Unterschieden teilen und l&auml;&szlig;t uns erkennen, was uns eint. Verst&auml;ndigung anstelle von Abgrenzung ist der Schl&uuml;ssel zu Frieden und Wohlstand.</p><p style="text-align: right;">Foto:<br />Frankfurt, Goetheplatz, April 2017<br />Kodak Portra 160 (push 2)</p>http://uhilger.de/worte?b=4871Ulrich Hilger, http://uhilger.de4871Sun, 7 May 2017 20:04:23 +0200Fotokunst<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8698" data-lightbox="8698"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8698" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Kirmesveranstaltungen kann ich nur schwer widerstehen. Farbenfrohe Vielfalt, bunte Lichter, viele Menschen, Emotionen, 'eye candy' aller Art. Ein vergleichsweise 'billiges' Vergn&uuml;gen, dessen Eindruck vordergr&uuml;ndig auch bei Bildern von solchen Orten mitschwingt. Dennoch kann ich mich ihnen nicht entziehen.</p><p>Es mag billig erscheinen, aber da ist mehr, f&uuml;r mich zumindest. Bei all der kunstversessen aufgeladenen Atmosph&auml;re 'seri&ouml;ser' Fotografie rundherum wird es zunehmend zum Bed&uuml;rfnis, dem hier oft ziemlich angestaubten Fotografiegeschehen dann und wann etwas direkteres entgegenzusetzen, was zu einer stetig wachsenden <a href="/photo/?f=489">Serie</a> und gleichsam zunehmenden Gestalt beitr&auml;gt. Und das ist ja beileibe <a href="/photo">nicht alles</a>.</p><p>Kunst liegt im Auge des Betrachters und es ist mir ziemlich wurscht, was all die selbst oder gegenseitig ernannten Experten sagen. Jeder m&ouml;chte sich hervortun mit m&ouml;glichst ausgefallenen Kreationen hintergr&uuml;ndiger Bildsprache. In Frankfurt blickt dieser Tage allenthalben ein &ouml;des Portr&auml;t von Litfa&szlig;s&auml;ulen und Plakatw&auml;nden auf die Menschen herab und k&uuml;ndet von der gerade laufenden Ausstellung 'Fotografien werden Bilder - Die Becher-Klasse' des St&auml;del-Museums.</p><p>Das entlockt mir noch nicht einmal ein herzhaftes G&auml;hnen.</p><p>Sie m&ouml;gen in Frieden ruhen, aber Bernd und Hilla Becher? Schon wieder? Gibt es in Deutschland keine anderen fotografischen Impulse? Andreas Gursky, Candida H&ouml;fer, Axel H&uuml;tte, Tata Ronkholz, Thomas Ruff? Du liebe G&uuml;te.</p><p>Wenn man es darauf anlegen will, Fotografie hierzulande einzubalsamieren, ist man im St&auml;del nach dem Weggang von Max Hollein auf dem besten Wege. Nur meine Meinung, musste mal raus und damit soll es denn auch vorerst gut sein.</p><p style="text-align: right;">Foto: <br />Dippemess, Frankfurt, April 2017, <br />Kodak Portra 160, Push 2.</p>http://uhilger.de/worte?b=4867Ulrich Hilger, http://uhilger.de4867Sun, 7 May 2017 11:10:40 +0200Gesichtsbuch<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/8377" data-lightbox="8377"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/8377" alt="foto" width="180" height="120" /></a> Gestern habe ich mich auf Facebook <a href="http://facebook.com/uhilger">angemeldet</a>. Ich hatte den Eindruck, bei aller Kritik an dem Dienst nicht mitreden zu k&ouml;nnen, wenn ich es nicht mal eine Weile ausprobiert habe. Bisher muss ich aber sagen, dass es nervt und ich mich best&auml;tigt f&uuml;hle. Ich mag meinen eigenen Webauftritt lieber, auch, wenn hier freilich keine vergleichbare Kommunikation zustande kommt.</p><p>Ich m&ouml;chte einem abschlie&szlig;endem Fazit nicht vorgreifen aber auf Facebook f&uuml;hle ich mich bislang unwohl. Im Augenblick sogar umso mehr, als ich nun aus einer, wenn auch ersten, Innensicht heraus urteilen kann. Umgeben von Funktionen, die ich nicht ben&ouml;tige und die ich als beh&auml;big und als technisch gestrig empfinde. Was bleibt, wenn ich sie ausklammere? Vielleicht muss ich noch eine Weile da bleiben um es zu verstehen.</p><p>Bislang ist es &ouml;de und ein kleinwenig so wie im Dunkeln umher zu irren auf der Suche nach einem Ort der W&auml;rme, Helligkeit und Gesellschaft.</p><p>Zur Fotografie: Es war nat&uuml;rlich viel zu finster, selbst f&uuml;r um eine Stufe gepushten Portra 800, aber ich mochte spontan den I-love-Kotti-Aufkleber, der mir in einer Seitenstra&szlig;e der Oranienstra&szlig;e entgegenpappte.</p>http://uhilger.de/worte?b=4857Ulrich Hilger, http://uhilger.de4857Mon, 1 May 2017 20:41:39 +0200Seufzerbruecke<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/8006" data-lightbox="8006"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/8006" alt="foto" width="180" height="120" /></a> Instagram vermeldet 700 Millionen aktive Nutzer monatlich, Tendenz rasant steigend, l&auml;&szlig;t sich bei heise online <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Instagram-hat-jetzt-700-Millionen-Nutzer-3697199.html">lesen</a>. Mit der enormen Zahl ist zu erahnen, wie viele Bilder allein dort zusammenkommen, bestimmt Milliarden jeden Monat. Nicht verwunderlich, dass von nahezu jedem Ort bereits Fotografien <a href="https://www.flickr.com/search/?text=potsdamer%20platz">zug&auml;nglich</a> sind, man m&uuml;sste nicht selbst zur Kamera greifen.</p><p>Nat&uuml;rlich tun wir es trotzdem, Fotografien entstehen aus verschiedenen Gr&uuml;nden wie zum Beispiel dem Wunsch, das eigene Dasein zu dokumentieren, die in der eigenen Erinnerung verg&auml;nglichen Ansichten festzuhalten.</p><p>Solche Bilder oder sollte ich sagen Erinnerungen mit anderen zu teilen ist gerade mit Diensten wie Instagram oder flickr reizvoller denn je. Nat&uuml;rlich sind dabei Aufnahmen von beliebten Orten ziemlich inflation&auml;r. Am Potsdamer Platz ist es noch nicht ganz so, aber in Venedig muss man an bestimmten Stellen eine Nummer ziehen bevor man f&uuml;r ein Foto dran kommt.</p><p>Das Foto als Erinnerung gegen&uuml;ber dem Foto als Foto.</p><p>Gewi&szlig; ist auch dies Geschmackssache aber sind wir mal ehrlich, eine Fotografie der <a href="https://www.flickr.com/search/?text=Seufzerbr%C3%BCcke">Seufzerbr&uuml;cke</a> ist jetzt nicht so spannend wie das Gew&uuml;hl vor Ort vermuten lie&szlig;e. Das Bauwerk ist eine Sehensw&uuml;rdigkeit, aber warum eigentlich? Ich gebe mich jetzt mal als Schn&ouml;sel zu erkennen wenn ich sage ich bin achtlos daran vor&uuml;ber gegangen. Mich &uuml;ber den Andrang vor dem fraglichen Objekt wundernd und zur Seite blickend geriet ebenda unversehens <a href="http://uhilger.de/photo/?fnr=5849">das</a> aufs Bild.</p><p>Eine Fotografie als Erinnerung an die Seufzerbr&uuml;cke kann sehr unterschiedlich ausfallen wie man sieht. Und gleichzeitig ist man bei aller Beobachtung der Welt um sich herum nicht frei vom Wunsch, das eigene Tourist-sein auszuleben und im Bild zu bannen.&nbsp;</p><p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8006" data-lightbox="5536"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/8006" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/5849" data-lightbox="5536"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/5849" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/5536" data-lightbox="5536"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/5536" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/5523" data-lightbox="5536"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/5523" alt="foto" width="120" height="83" /> </a></p><p>Die eine Art von Fotografie darf und kann jederzeit als Erinnerung dienen. Die andere Art ebenso, bleibt aber wohl von der Welt weitgehend unbeachtet und zieht schon bei deren Entstehen wahlweise besorgte, mi&szlig;trauische, irriterte, belustigte oder auch ver&auml;rgerte Blicke der Mitmenschen auf sich.</p><p>Aber so ist es eben. Fotografieren ist am sch&ouml;nsten, wenn es ganz f&uuml;r mich geschieht. Und dann kann eigentlich kaum jemand sonst Interesse daran haben. Muss ich die Bilder dann eigentlich noch mit anderen teilen? Unbedingt, das haben sie verdient und es darf gern wegsehen, wer kann.</p>http://uhilger.de/worte?b=4853Ulrich Hilger, http://uhilger.de4853Thu, 27 Apr 2017 21:20:20 +0200Spielraum<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/8607" data-lightbox="8607"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/8607" alt="foto" width="180" height="120" /></a> Da&szlig; Film die besondere Eigenschaft hat, mit zunehmenden Intensit&auml;ten von Licht umzugehen, wird stets in den Bildern offenbar. Das Ma&szlig; an Spielraum ist dabei nicht dokumentiert und m&ouml;chte ausgelotet werden.</p><p>Man darf vorweg nehmen: Der Spielraum ist betr&auml;chtlich und bleibt nicht selten ungenutzt. Grund genug, die Grenzen etwas auszudehnen. Eine gezielte Unterbelichtung klingt zwar eigenartig, wird aber mit einer weiteren Besonderheit der Fotografie auf Film zum n&uuml;tzlichen Werkzeug, der Push-Entwicklung.</p><p>Das Strecken der chemischen Prozesse der Filmentwicklung bewirkt auf Kosten von K&ouml;rnigkeit und Detailzeichnung das Aufhellen der Bilder. F&uuml;rs Fotografieren wird damit Belichtungszeit und Sch&auml;rfentiefe gewonnen.&nbsp;</p><p>Was kann ich sagen? Es ist Magie.</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Frankfurt, April 2017<br />Kodak Portra 160 @ 500 (Push 2), 28 'cron</p>http://uhilger.de/worte?b=4846Ulrich Hilger, http://uhilger.de4846Sat, 22 Apr 2017 13:34:20 +0200Filmvorlieben<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/7624" data-lightbox="7624"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/7624" alt="foto" width="200" height="120" /></a> Unsere Reise nach Norwegen im vergangenen Sommer f&uuml;hrte uns verschiedentlich nach Haugesund, eine K&uuml;stenstadt n&ouml;rdlich von Stavanger. Im Nachhinein h&auml;tte ich dort gern mehr Zeit mit dem Fotografieren verbracht aber das geht mir auf Urlaubsreisen oft so. Zwei Dinge sind mir von den Besuchen in Haugesund besonders in Erinnerung geblieben. Zum einen ist es wahrscheinlich die Stadt mit der mit Abstand h&ouml;chsten Dichte an Friseusalons, die ich bislang kennengelernt habe. Ich erinnere mich, eine Stra&szlig;e entlang gelaufen zu sein, wo gef&uuml;hlt jedes zweite Ladengesch&auml;ft einen Friseurladen beheimatete.</p><p>Am Ort schlo&szlig; gerade ein ziemlich hipper Plattenladen was mir nicht nur wegen dessen bemerkenswerten Ambientes und Sortiments mehr als ungerechtfertigt vorkam. Auch angesichts der viel h&ouml;heren Zahl an Haarpflegefachgesch&auml;ften empfand ich es spontan als ausgespochen ungerecht, aber letzlich schien es nun einmal die Vorlieben der haugesunder B&uuml;rger widerzuspiegeln. Fast war ich versucht, dem Betreiber des audiophilen Kleinods vorzuschlagen doch nach Frankfurt &uuml;berzusiedeln wo er mit Sicherheit selbst solche Urgesteine wie das Zweitausendeins aus dem Stand in Grund und Boden 'gehyped' h&auml;tte. In Haugesund hingegen ist wahrscheinlich mittwerweile ein weiterer Barbier an seiner Stelle heimisch.</p><p>Zum anderen hat sich hier die Entscheidung f&uuml;r Kodak Gold 400 bew&auml;hrt. Der Film ist vergleichsweise g&uuml;nstig und irgendwie passt er f&uuml;r die Lichtverh&auml;ltnisse in Norwegen wie die Faust aufs Auge. Vor der Reise hatte ich hin und her &uuml;berlegt. Wie viele Rollen nehme ich mit und welcher Film soll es werden? Zuletzt wurde es Gold anstelle von Portra und irgendwie hat es gepasst. Nicht zuletzt die Aufnahmen in Haugesund lie&szlig;en Gold 400 meine erste Wahl f&uuml;r urbane Bilder bei bedecktem Himmel werden. Bei Sonne aus irgendeinem Grund nicht ganz so prickelnd erweckt diese Emulsion die in diffuserem Licht verbleibenden Farben besonders sch&ouml;n zum Leben. Auch passt die zur&uuml;ckhaltende Tonalit&auml;t sehr gut zum etwas gestrigen Flair des Stadtbilds.</p><p>&Uuml;ber solche Lichtverh&auml;ltnisse m&uuml;ssen wir uns im Augenblick hier nicht beschweren und es bleibt zu hoffen, dass uns das sch&ouml;ne, nahezu sommerliche Klima lang erhalten bleibt. Ich habe jedenfalls die diesj&auml;hrige Kamerasaison dank dieses Lichts bereits er&ouml;ffnet.</p><p>&nbsp;</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Haugesund, Norwegen, Aug. 2016<br />MeinFilmLab, Fuji SP-3000, Kodak Gold 400, 28 cron</p><p>&nbsp;</p>http://uhilger.de/worte?b=4831Ulrich Hilger, http://uhilger.de4831Sun, 9 Apr 2017 20:12:31 +0200Netzknoten<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/8560" data-lightbox="8560"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/8560" alt="foto" width="200" height="120" /></a> Heute freue ich mich sagen zu k&ouml;nnen, dass ein weiterer Meilenstein bei der Herstellung der WebBox erreicht ist: Die <a href="http://uhilger.de/dev/Software/WebBox/Datenbank-Konsole">Datenbank-Konsole</a> ist fertig und Teil der WebBox geworden. Damit ist der Umfang erreicht, den ich mir bislang f&uuml;r die WebBox gedacht hatte. Weitere Versionen werden sich bis auf weiteres auf das 'Abrunden', die Pflege und v.a. die Nutzung dieses Stands beschr&auml;nken.</p><p>Erfreulich ist das Ergebnis aus verschiedener Hinsicht: Zum einen ist der geplante Umfang der WebBox in vergleichsweise kurzer Zeit entstanden. Zum anderen lie&szlig; sich die Herstellung p&uuml;nktlich zum Beginn des Fr&uuml;hjahrs zu diesem Stand f&uuml;hren, was nat&uuml;rlich die Zeit ist, ab der Aktivit&auml;ten am Rechner in der Regel bis zum Winter anderen Schwerpunkten weichen.</p><p>Profitiert hat die WebBox dabei auch von Teilen, die sich schon in anderen Anwendungen bew&auml;hrt haben. Zudem habe ich f&uuml;r die WebBox erneut darauf geachtet, auf allzu ausufernde 'Enterprise'-Bestandteile der Java-Welt zu verzichten. Die WebBox konzentriert sich stattdessen darauf, die bew&auml;hrten und robusten Komponenten Java, Tomcat und Derby nicht nur auszusch&ouml;pfen sondern mit ihrem Zusammenspiel ihre St&auml;rken erst richtig zu entfalten.</p><p>Die behutsame Kombination mit neuerer Technologie wie z.B. Neuerungen bei Javascript, CSS sowie Dingen wie Bootstrap oder dem Flexbox-Layout ergibt eine stimmige und effiziente Plattform f&uuml;r universelle und individuelle Anwendungen aller Art.</p><p>Zwar gibt es inzwischen l&auml;ngst etablierte L&ouml;sungen wie Nextcloud, Payara oder SpringBoot um nur mal ein paar Namen zu nennen. Gleichzeitig kann eine von einem einzelnen Entwickler getragene Anwendung auch kaum mit gr&ouml;&szlig;eren Initiativen mithalten. Nichtsdestoweniger profitiert auch die WeBox vom bew&auml;hrten 'Write Once Run Anywhere' der Java-Plattform und so denke und hoffe ich, dass einmal wie jetzt hergestellt die WebBox Bestand hat, wie z.B. auch ihr Tomcat-Kern schon viele Jahre zum Bestand der Java-Plattform z&auml;hlt.</p><p>Vermutlich wird dies an dieser Stelle kaum zur Kenntnis genommen und die WebBox wom&ouml;glich ausser von mir nie von irgendwem eingesetzt werden. Das ist nicht schlimm. Nach langer Zeit des Hoffens auf eine &auml;hnliche Initiative der weltweiten 'Java-Gemeinde' bin ich gelinde gesagt entt&auml;uscht davon, welche Entwicklung die Java-Welt bis jetzt stattdessen durchlaufen hat und weiter verfolgt. Obwohl seit Jahren naheliegend l&auml;&szlig;t sich noch immer kein Ansatz erkennen, der Java, Tomcat und Derby derart zusammenbringt. Zuletzt war es mir wichtig - und sei es auch nur f&uuml;r mich selbst - einiges von dem, was ich an der Java-Technologie sch&auml;tze, wenigstens f&uuml;r eigene Zwecke zu verwenden und zu bewahren.</p><p>In der Zwischenzeit driftet die IT-Welt weiter und hin zu Cloud- und Container-'L&ouml;sungen', als w&auml;ren diese nicht im Kern das, was manch anderes Software-System schon lange vorher war. Und die Nutzer lassen sich weiter und mehr denn je auf Facebook, Twitter, Google, Apple und all den anderen Silos 'einsperren'. Es lebe die Filter-Blase.</p><p>So paradox das auch erscheint mag mit der Nutzung des Netzes in seiner 'freien' Form vielleicht eine zunehmende Isolation einhergehen. Dennoch sch&ouml;n, wenn die Technologie und das Internet noch immer diese Alternative liefert. Wir wollen hoffen, dass trotz besagter Entwicklungen diese Freiheit weiter besteht und zumindest f&uuml;r mich tr&auml;gt die WebBox weiter zu dieser Freiheit bei.&nbsp;</p>http://uhilger.de/worte?b=4830Ulrich Hilger, http://uhilger.de4830Sat, 8 Apr 2017 15:20:00 +0200Serverless<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/1581" data-lightbox="1581"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/1581" alt="foto" width="200" height="120" /></a> Die Welt der Informationstechnologie sorgt mit ihren Begriffen gelegentlich f&uuml;r Verwirrung. F&uuml;r mich das neueste Beispiel: <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Serverless-Computing-Azure-Functions-sprechen-F-3660317.html">Serverless Computing</a>. Mit diesem Schlagwort wird Rechenleistung bezeichnet, die als einzelne Funktion via HTTP aufgerufen wird. Das ist freilich alles andere als serverless, denn wo kommt wohl die so abgerufene Leistung her? Nat&uuml;rlich von einem Server.</p><p>Hinter dem Konzept steckt der Gedanke, einzelne Rechenleistungen als Programmfunktion auszudr&uuml;cken. Etwas wie zum Beispiel die folgende Java-Methode:</p><p style="padding-left: 30px;"><code>public float addiere(float a, float b) {</code><br /><code>&nbsp; return a + b;</code><br /><code>}</code></p><p>Es hat schon seinen Charme, wenn ohne einen Gedanken an Serverbetrieb zu verschwenden einfach dieser Programmcode auf einem Webdienst hinterlegt wird und der Dienst daraus einen URL macht wie z.B.</p><p style="padding-left: 30px;"><code>https://example.com/rechendienst/addiere</code></p><p>Der Aufruf dieses URL mit Parametern liefert das Ergebnis der Rechenaufgabe:</p><p style="padding-left: 30px;"><code>https://example.com/rechendienst/addiere/1.5/7.8</code><br />Antwort: <code>9.3</code></p><p>F&uuml;r solcherlei Rechendienst wird nur eine Transaktionsgeb&uuml;hr f&uuml;r jede Ausf&uuml;hrung des Programmcodes f&auml;llig und die Geb&uuml;hr bemisst sich nach der verbrauchten Rechenleistung.</p><p>Eine durchaus smarte Idee, die den Nutzern den ganzen Bohai des Rechnerbetriebs sowie dessen Bereitstellung und -haltung im Netz abnimmt. Man muss das nicht unbedingt Serverless Computing nennen, weshalb es bisweilen auch als Function as a Service daher kommt.</p><p>Interessierte Zeitgenossen k&ouml;nnen daf&uuml;r zum Beispiel Amazon bezahlen: Der Dienst <a href="https://aws.amazon.com/lambda/">Lambda</a> hat alles, was das Herz begehrt.</p><p>Wer stattdessen meint, einen Rechner laufen zu lassen und ins Netz zu stellen ist eigentlich kein Problem, kann nat&uuml;rlich auch einfach eine <a href="http://uhilger.de/dev/Software/WebBox/WebBox">WebBox</a> auf dem Rechner starten.</p>http://uhilger.de/worte?b=4811Ulrich Hilger, http://uhilger.de4811Wed, 22 Mar 2017 06:56:00 +0100